Ausstattung für Erste Hilfe – so sind Sie auf der sicheren Seite

Im richtigen Moment gut vorbereitet.

Die nächste Urlaubsreise steht an und der Koffer ist gepackt, aber wir sieht es mit Ihrer Erste-Hilfe-Ausstattung aus? Ist alles auf neuesten Stand und geprüft? Damit Sie keine bösen Überraschungen auf der Reise oder im Urlaub erleben, geben wir Ihnen Tipps zum Verhalten bei Unfällen, zur Notfallausrüstung und für die Reiseapotheke (inkl. Checkliste) mit auf den Weg.

Vor jeder Reise sollten Sie das Notfallequipment in Ihrem Wohnmobil, Wohnwagen oder Pkw überprüfen und testen. Hierzu gehören neben dem Warndreieck, Warnwesten (in vielen Ländern Pflicht), ein vollständiger, der DIN-Norm entsprechender Verbandskasten sowie eine individuelle Reiseapotheke. Verstauen Sie diese Erste-Hilfe-Ausrüstung so, dass sie jederzeit griffbereit ist.

Richtiges Verhalten im Falle eines (Verkehrs-)Unfalles

Als erste eintreffende Person am Unfallort sind Sie zur Ersten Hilfe verpflichtet. Bewahren Sie Ruhe und sichern Sie, unter Beachtung der eigenen Sicherheit (ggf. mit Warnweste), die Unfallstelle mit einem Warndreieck, so dass der nachfolgende Verkehr früh genug auf die Gefahr aufmerksam gemacht wird. Helfen Sie ggf. verletzten Personen aus dem Gefahrenbereich. Dann senden Sie einen Notruf an die Polizei, wo folgende Angaben (siehe Auflistung links) nicht fehlen dürfen.

  • Wo geschah der Unfall?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welche Art von Verletzungen?
  • Warten Sie auf Rückfragen?

Die Warnweste

Bei Fahrten ins Ausland sind je nach Land auch Warnwesten in grün, gelb oder orange mitzuführen. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die jeweiligen Vorschriften.

Das Warndreieck

Bevor man im Notfall beim Aufbau an den Tücken der Technik verzweifelt, ist es zu empfehlen, sich in aller Ruhe mit dem Warndreieck zu beschäftigen und den Aufbau zu Hause stressfrei zu testen.

Zu empfehlen ist auch eine regelmäßige Auffrischung der "Erste Hilfe" Kenntnisse in Form eines "Erste Hilfe" Lehrganges. Denn was hilft die beste Ausrüstung, wenn die Handhabung und das Verhalten im Falle eines Unfalles nicht geübt sind. Verbände wie das DRK, der DLRG oder die Johanniter bieten regelmäßig sowohl den Kurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen als auch kleine Auffrischungskurse an. Informieren Sie sich, damit Sie im Notfall sich und anderen helfen können. 

Der Verbandskasten – Helfer in der Not

Bei Caravanern und Reisemobilisten ist der Verbandskasten vielleicht sogar Teil der Hausapotheke. Wichtig ist, dass die Verbandsmaterialien nicht zu alt sind. Sterile Verbände sind mit einem Datum versehen. Zu altes Pflaster klebt nicht mehr, alte Einmalhandschuhe werden porös. Zu Ihrem eigenen Schutz sollten Sie, nicht nur weil Sie vom Gesetzgeber dazu verpflichtet sind, unbrauchbare Produkte ersetzen.

Die nachfolgenden Produkte gehören zu einem Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164, aktuelle Ausgabe Januar 2014:

 

Erste-Hilfe-Material für Kfz-Verbandskästen nach DIN-Norm 13164

  • 1 Heftpflaster, DIN 13019-A, 5 m x 2,5 cm
  • 4 Wundschnellverbände, DIN 13019-E, 10 cm x 6 cm
  • 2 Verbandpäckchen, DIN 13151-M
  • 1 Verbandpäckchen, DIN 13151-G
  • 1 Verbandtuch, DIN 13152-BR, 40 cm x 60 cm
  • 1 Verbandtuch, DIN 13152-A, 60 cm x 80 cm
  • 6 Kompressen, 10 cm x 10 cm
  • 2 Fixierbinden, DIN 61634-FB-6
  • 3 Fixierbinden, DIN 61634-FB-8
  • 2 Dreiecktücher, DIN 13 168-D
  • 1 Rettungsdecke, 210 x 160cm
  • 1 Erste-Hilfe-Schere, DIN 58279-A 145
  • 4 Einmalhandschuhe, DIN EN 455
  • 1 Erste-Hilfe-Broschüre
  • 2 Feuchttücher zur Hautreinigung
  • 1 14-teiliges Fertigpflasterset
  • 1 Verbandpäckchen K

Die perfekte Reiseapotheke für Ihren Urlaub

Was gehört alles in eine Wohnmobil- und Wohnwagen-Apotheke? Nicht nur schwerwiegende Erkrankungen, sondern auch leichtere Verstimmungen, wie Kopfschmerzen können Ihnen den Urlaub vermiesen.

  • Persönliche Medikamente und Vorerkrankungen: Besteht eine Vorerkrankung, sollten im besten Falle Informationen mitgeführt werden – ggf. mehrsprachig. Sollte eine Insulin-Spritze mitgeführt werden oder z.B. ein Asthma-Spray, kann ein knapper Info-Zettel in der Jackentasche lebendrettend sein! Auch macht es Sinn, Telefonnummern der Mitreisenden mitzuführen, damit diese auch ohne Mithilfe des Patienten erreicht werden können.
  • Am Wichtigsten sind Ihre persönlichen Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen. Diese sollten in ausreichender Menge mit in den Urlaub genommen werden.
  • Ein Schmerz- und Fiebermittel darf in der Reiseapotheke nicht fehlen. Meist ist Fieber eine natürliche Reaktion des Organismus auf eine Infektion mit Viren, Bakterien oder anderen Krankheitserregern. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welches Präparat hier für Ihren Bedarf das richtige ist. Der Wirkstoff Paracetamol ist für alle, Erwachsene u. Kinder, empfehlenswert.
  • Durchfall und Erbrechen helfen normalerweise dabei, Keime oder Giftstoffe, die mit der Nahrung oder dem Wasser aufgenommen wurden, schnell wieder loszuwerden. Mittel gegen Durchfall sowie eine Elektrolytlösung sind also ebenso wichtig. Hier sind z.B. Kohletabletten zu empfehlen. Diese binden Schadstoffe und Bakterien und machen diese unschädlich. Bei Durchfall werden 3-4mal täglich 2-4 Tabletten eingenommen. Da es bei Durchfall zu einem erheblichen Flüssigkeits- und damit Salzverlust im Körper kommt, empfiehlt sich die Einnahme eines Elektrolytpulvers mit reichlich Flüssigkeit. Falls die Symptome innerhalb von 3 Tagen nicht besser oder gar schlimmer werden, ist in jedem Falle ein Arzt aufzusuchen. Unser Tipp: Iberogast (pflanzlich und sehr gut wirksam).
  • Stiche von Insekten oder Spinnentieren können nicht nur akut quälend sein, sondern auch zu ernsthaften Erkrankungen führen. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke enthält auch Produkte gegen Insekten. Lästigen und juckenden Mückenstichen kann also vorgesorgt werden. Viele Produkte enthalten pflegende Teile der Aloe Vera und sind für empfindliche Haut geeignet. Und hat Sie doch ein stechendes Ungeheuer erwischt, hilft ein kühlendes Gel gegen Juckreiz und Insektenstiche. Hiermit lassen sich auch leichte Verbrennungen, Sonnenbrand und Frostbeulen behandeln.
  • Ob Schnitt-, Stich- oder Schürfverletzung, das Prinzip der Behandlung ist gleich. Zunächst sollte die oberflächliche Wunde gereinigt und desinfiziert werden. Ein passender Verband schützt die Wunde und fördert die Heilung. Größere Wunden, die ärztlicher Versorgung bedürfen, sollen nicht desinfiziert werden! Diese sind abzudecken und möglichst unberührt zu lassen. Pflaster, Kompressen, Mullbinden, Tape und Wunddesinfektionsmittel finden sich sicher auch im Verbandskasten Ihres Reisemobils oder Caravans.
  • Genauso wichtig wie das Verbandszeug sind eine Schere, eine Pinzette, eine Zeckenzange und ein digitales Fieberthermometer.
  • Als Nachbehandlung empfiehlt sich eine Wundsalbe. Sie verhindert ein Austrocknen der Wunde und das Eindringen von Keimen.
  • Gerade im Urlaub wird sportliche Aktivität oft groß geschrieben. Unumstritten werden dadurch körperliches und seelisches Wohlbefinden gefördert. Deshalb sollte auch ein schmerzlinderndes, kühlendes und entzündungshemmendes Sportgel bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen im Reisegepäck seinen festen Platz haben. Unser Tipp ist Arnica D6. Die homöopathischen Globuli beugen bei sportlichen Urlauben Muskelkater vor und lindern Beschwerden und Blutergüsse bei Prellungen oder Verstauchungen.
  • Die Auswirkungen von Sonnenstrahlen auf Hautalterung und Krebsrisiko sind allgemein bekannt. Deshalb sollten gerade lichtempfindliche Menschen sich besonders vor den hautschädigenden UV-Strahlen schützen. Im Reisegepäck darf neben dem Sonnenhut ein ausreichender Sonnenschutz in Form einer Creme oder eines Sprays mit UV-Filtern nicht fehlen. Folgen Sie auch hier dem Rat eines Fachmanns für Ihren individuellen Schutz.

Kleiner Tipp für besonders gut ausgestattete Reisemobilisten und Caravaner:

Nehmen Sie ein paar steril verpackte Einmalspritzen und Einmalkanülen mit.

  • Sie lassen sich erfolgreich zweckentfremden, beispielsweise um mit der Kanüle einen Dorn zu entfernen oder eine Blase zu öffnen.
  • Eine Spritze eignet sich gut zum Dosieren und zur oralen Verabreichung von flüssigen Arzneimitteln, z.B. bei Kindern.
  • Außerdem sind diese Produkte besonders hilfreich in Reiseländern mit schwacher medizinischer Versorgung.
Reiseapotheke

Impfschutz

Bitte überprüfen Sie vor Reiseantritt Ihren Impfschutz: Tetanus sollte aktuell sein! Darüber hinaus sollten Sie sich informieren, welche Impfungen vor Einreise in das Land empfohlen werden.